Die Bundesprojekte
Hospiz macht Schule
Hospiz macht Schule weiter
Kurs, Schulung und Weiterbildung

Die Arbeit von Hospizeinrichtungen und –trägern in den Schulen aller Altersstufen ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden; heute arbeiten koordiniert und begleitet durch eine Informationsstelle an der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH schon viele Hospizeinrichtungen anhand der Hospiz-macht-Schule-Bundesprojekte sowohl in Grundschulen als auch an den weiterführenden Schulen. Die 89. Gesundheitsministerkonferenz der Länder hat diese Hospizarbeit in Schulen deshalb in Form eines Beschlusses Ende Juni 2016 aufgegriffen und eine entsprechende Empfehlung an die Ministerien für Schule und Bildung ausgesprochen (Beschluss im pdf siehe Info-Zentrum). Derzeit entwickeln wir im Kontakt mit einigen zuständigen Ministerien der Länder eine Forschungsplanung, um den weiteren Prozess der Hospiz-macht-Schule-Entwicklung in Deutschland für alle interessierte Hospizorganisationen noch aufschlussreicher zu machen.

Die Hospiz-macht-Schule-Projekte leisten bundesweit eine wichtige Arbeit der Hospizvereine in einem zentralen Bereich der kulturellen Bildung unserer Gesellschaft. „Hospiz macht Schule“ für die Grundschulen verfolgt dabei jedoch einen völlig anderen Ansatz als das Projekt „Hospiz macht Schule weiter...“ für die weiterführenden Schulen. Arbeiten die Hospizvereine in den Grundschulen in der Unterrichtsform einer 5-tägigen Projektwoche, so geht es im Projekt „Hospiz macht Schule weiter...“ darum, dass – begleitet und geleitet durch ein kleines Haupt-/ Ehrenamts-Team des Hospizvereins in den weiterführenden Schulen der Region eine Kulturentwicklung stattfindet, die zur Etablierung eines Selbsthilfeteams der Schule für alle zukünftigen Ereignisse von Tod, Sterben und Trauer führt. Hierbei ist die Weiterbildung der Lehrenden ein wesentlicher Arbeitsschritt.

Hinter dem Konzept steht der Grundgedanke, dass es in den weiterführenden Schulen kein „Einfliegen“ von sog. „Spezialisten“ bei solchem Erleben, das in jeder Schulen faktisch vorkommt, braucht. Weil hier genügend Menschen in Gemeinschaft sind, können sie lernen, sich gegenseitig zu stützen und selber zu helfen. Es braucht „nur“ eine eigene Hospiz-Schul-Kultur, die in dem Projekt entwickelt werden kann.

"Hospiz macht Schule" für Grundschulen

„Hospiz macht Schule“ – Schulungskurse und Fortbildungen: Das Bundesprojekt „Hospiz macht Schule“ ist ein Netzwerk von mittlerweile ca. 350 Hospizvereinen und 320 Grundschulen mit nunmehr fast 3000 Ehrenamtlichen, die von Hospizseite aus an der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH nach einem bundesweit einheitlich von allen beständig fortentwickelten Durchführungs- und Ausbildungsstandard in dieser Hospizarbeit für Grundschulen geschult wurden. In dieser laufenden Fortentwicklung des Bundesprojektes haben sich Jahr für Jahr die „Hospiz macht Schule“ durchführenden Hospizvereine mit Ihren Pojekt-Teams eingebracht und ihre Erfahrungen aus den mittlerweile fast 700 Projektwochen an die Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH zurückgemeldet, diese entwickelte dann jährlich entsprechende Änderungs- und Ergänzungsvorschläge für alle Hospiz-macht-Schule-Teams, so dass diese dann über das „NEUE Hospiz macht Schule“ auf den Fachtagungen befinden können.

„Hospiz macht Schule“ 2019 ist also das NEUE und selbstverständlich schon lange nicht mehr das „Hospiz macht Schule“ in seiner ersten Curriculumsentwicklung von 2005/ 2006. „Hospiz macht Schule“ heute ist ein von Jahr zu Jahr und von immer mehr aktiven Hospizvereinen in ganz Deutschland konsentiertes Bundesprojekt.

Das „NEUE Hospiz macht Schule“ 2018 beruht auf einem bundesweit einheitlichen Durchführungsstandard mit mittlerweile 18 Grundstandards, die sich nicht nur auf die Ablaufgestaltung in den Schrittfolgen der einzelnen Handlungssituationen an den 5 Pojekttagen beziehen, sondern auch alle Schwachstellen und auch Grenzen des Konzeptes aufarbeiten und im Blick auf Lösungsansätze hin durchreflektieren. Zudem ist das ganze von einer eigens in den letzten 6 Jahren weiterentwickelten Grundschulpädagogik mit einem eigenen „hospiztauglichen“ Ansatz unterlegt, der auch hinsichtlich seiner Einordnung in die Erfordernisse einer heutigen Grundschulpädagogik durchreflektiert ist (verwiesen sei hier auf die Juni-Ausgabe der Fachzeitschrift für Grundschulpädagogik: „Die Grundschulzeitchrift“).

Dieser bundesweit einheitliche Durchführungsstandard wird dann an der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH für das Bundesprojekt beständig in den ebenso konsentierten einheitlichen Ausbildungsstandard eingebunden. Damit wird gesichert, dass auch tatsächlich alle Hospizvereine und -träger, die mit „Hospiz macht Schule“ arbeiten, dieses in einem gemeinschaftlichen Netzwerk auch tun können. Hierzu findet an der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH jährlich die Fachtagung „Hospiz macht Schule“ statt.

Alle Schulungskurse für „Hospiz macht Schule“ können also nur auf der Grundlage dieses bundesweit einheitlichen Ausbildungsstandards an der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH laufen, wenn sie die von allen projektaktiven Hospizvereinen seit jetzt gut 10 Jahren konsentierten Änderungen und Ergänzungen darbieten sollen.

Um mit „Hospiz macht Schule“ arbeiten zu können, benötigen Sie eine Projektschulung, die an verschiedenen Orten in Deutschland von uns regelmäßig durchgeführt wird (siehe unter „Veranstaltungen“). Die Projektschulung richtet sich an ein Team von 6 Ehrenamtliche aus Hospizvereinen, die einzeln oder vernetzt das Bundesprojekt nach dem einheitlichen Durchführungsstandard in Grundschulen durchführen oder bald durchführen wollen; Voraussetzung ist, dass alle über ihren Hospizverein einen Befähigungskurs zur ehrenamtlichen Begleitung absolviert haben.

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Zu den Kursen, Schulungen und Weiterbildungen

"Hospiz macht Schule weiter" für weiterführende Schulen und Berufsschulen

Auf was es an­kommt – zu le­ben ist mehr als bloß zu ler­nen: Seit 2013 kom­men Teams von Haupt- und Eh­ren­amt­li­chen an die Bun­des-Hos­piz-Aka­de­mie gGmbH und be­su­chen die 6-tä­gi­ge Wei­ter­bil­dung zur Hos­piz­ar­beit in wei­ter­füh­ren­den Schulen. Seitdem laufen jährlich 2 Weiterbildungskurse, an denen haupt- oder ehrenamtliche Hospizkräfte oder auch Lehrerkräfte aus Schulen teilnehmen, um sich das Projekt-Know-how für eine eigene Schulpraxis anzueignen. Un­se­re Er­fah­run­gen zei­gen, dass die Hos­piz­ar­beit für wei­ter­füh­ren­de Schu­len nicht wirk­lich mit ei­nem blo­ßem Un­ter­richts- oder Lern­kon­zept aus­kommt. Viel­mehr stand für uns im Fach­team die Fra­ge an: Was brau­chen denn wei­ter­füh­ren­de Schu­len, wenn es um Sterben, Tod und Trauer im Leben geht? Aus die­sem An­satz her­aus ha­ben wir dann mit „Hos­piz macht Schu­le wei­ter...“ ein Pro­jekt für Hos­piz­ver­ei­ne und –trä­ger ent­wi­ckelt, mit dem von Hos­piz­sei­te aus ein Wir­ken in Schu­len hin­ein ge­leis­tet wer­den kann, das den Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät – „Hil­fe zur Selbst­hil­fe“ – ernst nimmt. Un­se­re Er­fah­run­gen zei­gen deut­lich: Es geht hier um die Ent­wick­lung ei­ner tra­gen­den Kul­tur in der Schu­le, und zwar vor al­lem durch die Men­schen, die dort sind und le­ben, selbst. Wo wei­ter­füh­ren­de Schu­len – und das pas­sie­rt viel­fach – mit Er­le­ben von Tod und Trau­er in Be­rüh­rung ge­kom­men sind, ent­steht oft der Wunsch nach den Ex­per­ten von au­ßen, die dann kom­men und hel­fen sol­len. Vie­le Hos­piz­verei­ne be­rich­ten von sol­chen An­fra­gen. „Hos­piz­ar­beit für Schu­len“ zu den­ken, heißt für uns aber nicht dort als die „rich­tig Leh­ren­den“ in diesen Themen auf­zu­tre­ten. Es geht nicht darum, dass wir eben wüs­sten, wie das geht, und an­de­re ler­nen las­sen kön­nten, was ih­nen fehlt und tun sollten.

In der Hos­piz­be­we­gung tei­len wir ein Le­ben und zwar nicht als ir­gend­ein be­lie­bi­ges, son­dern als un­ser ei­ge­nes Le­ben hier und jetzt. „Du bist Du, und ich bin ich!“ Und in die­sem Tei­len, tei­len wir es mit – die Wir­kung der Hos­piz­be­we­gung liegt we­sent­lich des­halb in dem ge­mein­schaft­li­chen Le­ben, der Men­schen, die dort ge­mein­sam un­ter­wegs sind. Wei­ter­füh­ren­de Schu­len brau­chen wie al­le ein ge­mein­schaft­li­ches Tei­len ih­res Le­bens, in dem sie mit­ein­an­der un­ter­wegs und ver­bun­den sind – in dem sie sich ge­gen­sei­tig hal­ten und tra­gen kön­nen und zwar ge­ra­de im Er­le­ben von Tod und Trau­er. Dies in Schu­len be­glei­ten zu kön­nen und dazu einen Entwicklungsprozess zu gestalten, ist Ziel von „Hos­piz macht Schu­le wei­ter…“

Ge­nau des­halb fin­den wir die Kon­zep­ti­on von „Hos­piz macht Schu­le wei­ter...“ eben nicht in blo­ßen Lern- und Un­ter­richts­kon­zep­ten, son­dern in ei­ner Kul­tur­ent­wick­lung die trägt, weil die Men­schen, die in ihr le­ben, sich ge­gen­sei­tig tra­gen. Hos­piz­be­we­gung kann in Schu­le be­glei­ten, dass die Men­schen dort eben ih­ren ge­mein­sa­men Weg fin­den und ge­hen. Auf die­ser Grund­la­ge wer­den dann in der Wei­ter­bil­dung viel­fäl­ti­ge we­sent­li­che Punk­te er­ör­tert: Auf­bau und In­hal­te ei­nes mehrtä­gi­gen Schü­ler­pro­jek­tes, Durch­füh­rung ei­ner (schulinternen) Lehr­er­fort­bil­dung, Er­öff­nung ei­ner Leh­rer-AG, Ge­stal­tung ei­nes themenbezogenen El­tern­abends, Eta­blie­rung von Kri­sen­in­ter­ven­tio­nen und per­ma­nen­ter Schü­ler-Leh­rer-Ar­beit, Un­ter­richts- und Be­ra­tungs­an­ge­bo­te, so­wie die Ver­mitt­lung der zur Hos­piz­ar­beit für Schu­len be­nö­tig­ten Di­dak­tik und Me­tho­dik, u.v.m.

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